Gemeinschaftsprojekt: Broschüre zu rechtsextremen Strukturen in Jena
Jena. (tlz/bagl) Was genau ist Rechtsextremismus und was Rechtsradikalismus? Dieser Frage gehen die Verfasser einer Broschüre nach, die gestern in der Jugend Gemeinde Stadtmitte vorgestellt wurde. Das 40-seitige Heft ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit mit der Jugend-Aktions- und Projektwerkstatt Jena (JAPS). „Wir wollen für das Thema Rechtsextremismus sensibilisieren“, sagte Katharina König von der Jungen Gemeinde. Die Idee zu diesem Projekt sei angesichts des Superwahljahres 2009 entstanden. Denn es sei zu befürchten, dass die NPD lokal wie regional Wahlerfolge einfahren könne, sagte König. Mit der Informationsbroschüre werde eine ganzheitliche und aktuelle Betrachtung des Extremismus von Rechts angestrebt. Daher befassen sich die Artikel des Heftes mit den Wahlstrategien der NPD, der lokal organisierten Szene und mit Rechtsextremismus als Subkultur. Statistiken des Verfassungsschutzes fänden ebenso Eingang in das Heft wie wissenschaftliche Analysen. „Die Daten sind mehrfach abgeprüft“, sagte König. Dass die Zusammenstellung der Informationen damit sehr anspruchsvoll geworden sind, weiß König, aber eine solch aktuelle und tiefergehende Analyse des Themas fehle im Moment in Jena, sagte die Sozialarbeiterin. Das Ganze war nicht ohne professionelle Unterstützung zu leisten. Den elf Projektteilnehmern, die beim Verfassen der Artikel mitgewirkt haben, standen drei Journalisten zur Seite. Alles Spezialisten, die zum Teil selbst zum Thema Rechtsextremismus veröffentlicht haben. Mit einer Auflage von 10 000 Stück sollen so viele wie möglich erreicht werden. „Auch Lehrer und Sozialarbeiter wollen wir damit ansprechen“, sagte König.
TLZ, 30. Januar 2009
Die Broschüre könnt ihr in der JG oder bei der JAPS erhalten.
Wir danken an dieser Stelle dem Jugendamt der Stadt Jena, den Stadtwerken Jena sowie Blacksheepshop für die finanzielle Unterstützung.
Rechtsextremismus in Jena
anbei findet ihr eine erste Zusammenstellung rechtsextremistischer
Vorkommnisse in jena und teilweise Thüringen. Die Daten sind aus
Presseberichten, Akten, eigenen Protokollen, Foto- und
Videodokumentationen zusammengestellt und nicht vollständig. Wer Infos
hat, kann sie uns zukommen lassen an mailto:
Vorneweg: rechtsextremistische Tendenzen bzw. diesbezügliche eindeutige
Ausrichtungen sind und waren in studentischen Verbindungen nicht die
Ausnahme. Burschenschaften sind als konservativ - reaktionär zu
betrachten.
Antidemokratische Motive finden sich eindeutig spätestens seit 1923 innerhalb studentischer Verbindungen.
im Bild: Martin Liebeskind und Ralph Oertel (rechts) der Burschenschaft Normannia
schreiben sie - da ja ihre Gästebücher generell moderiert werden -
wahnsinnig gerne ins Gästebuch der JG oder schreiben e-mails an die JG. Eine Auswahl der widerlichsten und dümmsten
Einträge bzw. e-mails findet ihr hier. Ab und zu werden wir sie aktualisieren
Also, viel Spaß beim Lesen der geistigen Ergüsse von Ralle, Kapke & Co:
Ein breites Aufgebot an Gegendemonstranten bot in Jena den etwa 500 Neonazis Paroli.
Seit Monaten hatte die rechtsextreme Szene zum „Fest der Völker“
nach Jena mobilisiert. Angeblich wurden Tausende von Teilnehmern aus
ganz Europa erwartet. Die Veranstaltung auf dem Gelände des
Hornbach-Baumarktes am Rande von Jena entpuppte sich allerdings als
neueste Peinlichkeit.
Das sogenannte „nationale
Wohnobjekt“ in der Jenaischen Straße liegt in Lobeda-Altstadt,einem Stadtteil Jena s mit dörflichem
Charakter.
Betreiber und gleichzeitig
zwei der Mieter des Hauses sind Andre Kapke und Ralf Wohlleben, an welche
verschiedene rechtsextreme Gruppen und Initiativen und dementsprechend
Personenkreise gebunden sind. Beispielsweise: Nationaler Widerstand Jena, der
NPD Kreisverband Jena, (dessen Vorsitzender Ralf Wohlleben ist), Thüringer
Heimatschutz, etc.
Vorneweg: rechtsextremistische Tendenzen
bzw. diesbezügliche eindeutige Ausrichtungen sind und waren in studentischen
Verbindungen nicht die Ausnahme. Burschenschaften sind als konservativ -
reaktionär zu betrachten.
Antidemokratische Motive finden sich
eindeutig spätestens seit 1923 innerhalb studentischer Verbindungen.
Seitdem die rechtsextremen „Kameraden" am ehemaligen Gasthof ..Zum Löwen" in der Jenaischen Straße werkeln, ist es aus mit der inneren Ruhe in Lobeda-Altstadt. Spätestens seit dem 9. November, als es vor dem Haus zu tätlichen Übergriffen auf linke Demonstranten kam. fragen sich viele Einwohner, wie es weitergehen soll. Am 2. Dezember trafen sich Einwohner Eobedas auf Einladung des „Runden Tisches gegen rechte Gewalt" im Martin-Niemöller-Haus, um über genau diese Fragen zu diskutieren.
ungezügelter Wutausbruch der rechtsextremen Jenaer Szene
Nach fast jahrelanger Zurückhaltung bis hin zur
Selbstverleugnung hat die rechtsextreme Jenaer Szene sich in aller
Brutalität zurückgemeldet.
Auf der
NPD-Kundgebung am 09.11. 2002 in Weimar wurde über Lautsprecheransage
Horst Mahler für den Abend in Jena angekündigt. Weitere Einzelheiten
über Ort und Ziel wurden nicht weitergegeben, diese mussten persönlich
am NPD-Lautsprecherwagen erfragt werden.
Jena. (tlz/tb) Der Weimarer
Aufmarsch der rechtsextremistischen NPD hatte in Jena ein Nachspiel. Nach der
Veranstaltung wollte der bekannte Nationalist Horst Mahler den Sonnabend
offenbar in Jena ausklingen lassen. Jenaer Jugendliche vermuteten Mahler in der
Jenaischen Straße (Lobeda-Altstadt). Als die Gruppe mit einem Transparent gegen
Nazis hier demonstrierte, marschierten die Nutzer des Hauses mit Knüppeln auf
und versuchten die Demonstranten einzuschüchtern. Nach dem Eintreffen der
Polizei entspannte sich die Situation.